Apple Watch – Meine erste Uhr

Apple Watch – Meine erste Uhr
12. Mai 2015

Ein Anwenderbericht

Hinweis: Unser Artikel erschien mittlerweile im renommierten Uhren-Magazin „Provocateur“. Den etwas gekürzten Artikel können Sie sich herunterladen (PDF).

Die Apple Watch ist seit dem 24.04.2015 offiziell auf dem Markt. Ich erhielt sie direkt am Erscheinungstag. Für mich ist die Apple Watch nicht nur ein weiteres Technik-Gadget – sondern auch meine allererste Armband-Uhr.

Im Vorfeld habe ich mir einige Uhren (im folgenden Watch) angeschaut und anprobiert, um Rückschlüsse auf die passende Größe zu finden. Die Apple Watch wird in zwei Größen angeboten: 38 mm (für Damen) und 42 mm (für Herren). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Modelle und Kombinationsmöglichkeiten. Was sich auch im Preis niederschlägt. Angefangen von der Aluminium Sport Watch für 399,- € bis hin zur 17.000,- € teuren Apple Watch Edition aus Gold. Meine erste „Watch“ sollte mich nicht gleich ruinieren, deshalb entschied ich mich für das günstigste Modell, die Apple Watch Sport in Silber mit weißem Sportarmband in der 42 mm Variante.

Die Watch kommt in der von Apple gewohnten Verpackung: minimalistisch, weiß. Nach etwas Schutzfolie entfernen halte ich das gute Stück in Händen und stelle fest – auch das 42 mm Modell wirkt sehr zierlich. Die im Internet beworbenen Apple Watch wirkt durch die Fotos deutlich größer, als sie wirklich ist.

Erster Eindruck

Die Watch sieht aber in der Realität toll aus und die Verarbeitung macht ebenfalls einen guten Eindruck. Selbst das „Gummi“-Armband (Fluorelastomer) fühlt sich sehr gut und deutlich wertiger an, als ich es mir vorgestellt hatte. Da ich ein sehr schmales, „männliches“ Handgelenk habe, wechsle ich direkt auf das beiliegende kleinere Armband in Größe „S/M“. Das Wechseln der Armbänder ist intuitiv und geht super schnell: Knopf drücken, rausziehen, tauschen. Die Armbänder haften über einen Magnetmechanismus.

Einrichtung

In wenigen Minuten ist die Watch eingerichtet. Nach dem Anschalten (dauert leider fast 1 Minute), zeigt die Uhr eine Art QR-Code an, welcher von der Apple Watch App auf dem iPhone abfotografiert werden muss. Danach ist die Uhr über Bluetooth mit dem iPhone verbunden und die Ersteinrichtung kann stattfinden. Bei diesem Vorgang überträgt das iPhone bereits vorhandene Apps mit Apple Watch-Anbindung auf die Watch. Wenig später lande ich auf dem Home-Screen.

Anders als beim iPhone finden sich hier runde Symbole, die in einer Art Wolke angeordnet sind. Die Reihenfolge lässt sich per App auf dem iPhone individualisieren. Auf der Uhr sind Apps wie Nachrichten, E-Mail, Kalender, Wetter, Aktivität, Workout und was auf einer Uhr natürlich nicht fehlen darf, das Watchface, Wecker, Stoppuhr, Timer und eine Weltuhr.

Funktionen

Es gibt zahlreiche vordefinierte Watchfaces. Von klassich, chronograf, modular bis hin zur animierten Mickey Mouse. Zusätzlich lässt sich das Design beliebig anpassen. Die Farbe kann geändert werden und es lassen sich weitere Konfigurationen wie Datum, Wetter, nächster Kalendereintrag oder Akkustand problemlos hinzufügen.

Die Apple Watch empfängt alle Notifcations, die auf dem iPhone eingehen. Sie meldet sich dabei durch einen Ton oder ein sanftes Tippen am Handgelenk. iMessages können direkt über die Watch beantwortet werden – entweder über vordefinierte Antwort-Nachrichten oder über die Option, Siri einen Text zu diktieren.

Streicht man von unten nach oben öffnen sich die so gennanten „Glances“. Ich würde diese eher als Widgets bezeichnen. Sie zeigen bestimmte Informationen von vorhandenen Apps an, wie z. B. das Wetter, den aktuellen Aktivitätszustand über eine Fitness-App bis hin zu Live Fußball-Ergebnissen. Die Anzahl und Reihenfolge der Glances können über die Apple Watch App auf dem iPhone verwaltet werden.

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Der Home-Screen der Apple Watch mit der App-Wolke.

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Es gibt zahlreiche Ziffernblätter. Diese können wiederum bis ins Detail individualisiert werden.

Fitness

"Die Fitness-App „Aktivität“ zeigt mir ständig meine täglichen Sport-Ziele an: das motiviert und hilft mir meinen inneren Schweinehund zu besiegen."

Die Aktivitäten werden hierbei auf die zugehörige App auf dem iPhone übertragen. Hier finden sich detaillierte Informationen über den täglichen Kalorienverbrauch, wie viel Sport ich betrieben habe und ob ich es geschafft habe, mindestens 1 min/Stunde aufzustehen. Die App verteilt hierbei „Trophäen“ für das Erreichen bestimmter Ziele. Die Apple Watch liefert übrigens auch ohne Verwendung des iPhones sehr genaue Informationen über Workouts.

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Activity-App auf dem iPhone. Diese App wird durch die AppleWatch mit Sport-Daten versorgt.

Bedienung

Die Apple Watch besitzt einen Touchscreen, bringt aber noch zwei weitere, hardwareseitige Möglichkeiten mit, auf der Watch zu navigieren. Die Digital Crown dient nicht nur als Home-Button, sondern kann zum Scrollen von Menüs oder Nachrichten verwendet werden. Dies funktioniert super, ist praktisch und der Bildschirm wird beim Scrollen nicht von den eigenen Fingern verdeckt. Weiter kann damit z. B. in der Maps-App auch ein- und ausgezoomt werden. Der Touchscreen der Watch unterscheidet zwischen einem leichten Berühren und einem festes Drücken – Apple nennt diese Funktion ForceTouch. Dadurch können kontextabhängige Menüs geöffnet werden oder z. B. beim Watchface der Personalisierungsmodus aufgerufen werden.

Die Uhr besitzt einen weiteren Knopf direkt unter der Digital Crown. Ein Drücken führt direkt in die favorisierten Kontakte. Diese kann man entweder anrufen (ja, man kann mit der Apple Watch telefonieren!) oder ihnen eine Nachricht schicken. Von Apple Watch zu Apple Watch gibt es eine Besonderheit: Es lassen sich kleine Bilder zeichnen, den Gegenüber an“tappen“, animierte Smilies oder sogar seinen Herzschlag („Live- oder Love-Impuls“) verschicken.

Akkulaufzeit

Die anfänglichen Bedenken über die im Internet oft bemängelte Akkuleistung der Apple Watch wurde mir bisher nicht bestätigt – bei voller Ladung hat meine Watch am späten Abend noch 40-50% Energie. Auch der iPhone-Akku leidet nicht unter der Dauerhaften Verbindung zur Watch. Dieser zeigt abends auch noch 40% an. Apple wirbt mit einer Akkulaufdauer von 22 h – hierbei ist allerdings eine intensive Nutzung inkl. 2 h Workout mit einkalkuliert.

Natürlich muss die Watch trotzdem jeden Abend geladen werden und man hat mit dem Smartphone nun ein zusätzliches Gerät, welches an die Steckdose muss. Apple verzichtet auf die Nutzung der aktuellen Lightningkabel von iPhone und iPad und verwendet ein spezielles Kabel, welches an der Unterseite der Watch magnetisch haftet.

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Watch App zum Konfigurieren der Apple Watch auf dem iPhone.

Fazit

Nach fast einer Woche der Nutzung bin ich überaus zufrieden. Ich nutze die Apple Watch hauptsächlich für die Notifications und die Fitness-Funktionen. Durch die Notifications direkt am Handgelenk fühle ich mich nicht mehr dazu gezwungen, mein iPhone immer aus der Tasche zu holen – und durch die Fitnessfunktionen meide ich mittlerweile Fahrstühle und nutze die Treppe, nur damit ich meiner nächsten „Trophäe“ einen Schritt näher komme.

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist, sind die Drittanbieter-Apps. Hier gibt es zwar bereits deutlich mehr als bei Konkurrenzprodukten, angeblich um die 2.500 Stück, aber diese sind bisher nur bedingt einsetzbar. Die Installation geht einfach, die App muss auf dem iPhone installiert werden und überträgt die passende Watch App dann automatisch. Ob es Sinn macht, jede App für die Watch zu erweitern, wage ich zu bezweifeln. Das größte Problem ist, dass diese Apps sehr lange laden: 3-30 Sekunden. Manchmal stürzen sie auch mal direkt ab.

Dann wäre da noch Apples jährliche Upgrade Philosophie. Wird nun jedes Jahr eine neue Apple Watch erscheinen? Soll der Verbraucher also nicht nur jedes Jahr ein neues iPhone, iPad sondern nun auch eine AppleWatch kaufen, welche preislich deutlich teurer als ein iPhone werden kann? Abwarten.

Die Apple Watch ist eine nette Spielerei und eine praktische Ergänzung zum iPhone. Ob diese „notwendig“ ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ohne iPhone verliert sie übrigens fast alle Funktionen und wird damit wieder zueiner ganz normalen „Uhr“.

Autor: Tobias Klein

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